THE SHAMANS TREE
THE SHAMANS TREE

ÜBUNGEN UND RITUALE

Die schamanischen Rituale und Möglichkeiten sind schier unendlich. Im Folgenden wollen wir einige Techniken darstellen, die sowohl die Tiefe wie auch unterschiedliche Möglichkeiten aufzeigen. Diese dargestellten Übungen und Minirituale stammen in ihrer Grundstruktur aus verschiedenen schama-

nischen Kulturen. Du kannst und sollst sie für dich verändern. Hier kommt es nicht auf ein richtig oder falsch an, sondern rein auf ein Tun mit den eigenen Geistbegleitern und die sich daraus ergebenen EIGENEN Erfahrungen.

 

TIPPS: Bitte bei keiner schamanischen Übung oder Reise selbst imaginieren, d.h. nie aus sich heraus konstruieren, nur mit und durch Spirits arbeiten. Alles, wirklich alles was dir begegnet ist Teil der Antwort oder dem, was du gerade brauchst. Als Anfänger solltest nur mit Geisthelfern arbeiten, die du schon kennst.

 

1.) Das Gebet, die Urverbindung

Das Gebet ist eine äußerst einfache wie auch wirksame Möglichkeit um Schutz oder andere Dinge zu erbitten, also zu erbeten. Man kann aber auch segnen, danken oder auch klagen, trauern und Trost bekommen. Ein Gebet kann frei, aber auch feste Elemente enthalten. Es kann mit Gesang oder Instrumenten begleitet werden. Die äußere Haltung

sollte einer inneren Haltung entsprechen. Gott, bzw. dem Großen Geist oder Kosmos kann man alles erzählen. Ich darf so sein, wie ich bin, ich muss mir nicht erst seine Aufmerksamkeit verdienen. Ich werde bedingungslos ge-

liebt. Eine besondere Form des Gebetes ist die Affirmation, also ein positiv wiederkehrender Satz der mit einer Vor-

stellung verknüpft wurde, z.B. "Ich bin gottgewollt" oder "Ich nehme mich an". Dieser sollte ohne einem negierenden Wort (z.B. wie nicht, kein, nie, etc.) formuliert werden. Beim Schutz bitte ich Gott mich, andere oder den Raum zu schützen.

 

Gebetsbeispiele:

a. BITTE

Lieber Vater im Licht, der du auch Mutter bist, ich will zu dir beten. Segne diesen Tag. Begleite mich durch diesen Tag. Ich bitte dich, schenke mir die Energie der Reinigung, der Heilung, der Erdung und des Schutzes. Lass meine Spirits der Oberen und Unteren Welt mir dabei helfen. Nicht mein Wille geschehe, dein Wille geschehe.

 

b. DANK

Lieber Vater im Licht, der du auch Mutter bist, ich will dir danken. Danken für diese wunderbaren Energien, danken für Reinigung und Schutz. Ich danke dir dafür, dass ich sein darf, dass du mich  liebst. Danke für Bruder Baum und Schwester Blume. Danke für alle Geschwister aus dem Tierreich. Danke für die Sonne, den Mond, die Sterne. Danke für die vier Elemente und die vier Jahreszeiten. Danke für das Rad des Lebens. Danke für  alle Erfahrungen, die ich machen darf. Danke für meine Entwicklung. Danke für alle lieben Menschen, die ich kenne und denen ich heute begegnen darf. Danke für die Spirits des Lichts, die mich begleiten. Bitte segne meine Familie, meine Freunde und auch alle, die ich nicht mag. Segne mich, segne uns, segne alles, was ist.

 

 

2.) Den heiligen Raum öffnen

Es gibt sehr viele Arten, den heiligen Raum zu öffnen. Dies kann durch Rasseln, durch Tänze, durch Trommeln oder auch nur in Stille geschehen. Wir sehen uns eine Art an.

Bei nahezu allen schamanischen Ritualen ist es wichtig, den Spalt zu Anderswelt sicher zu öffen. Zuerst reinigt man den Raum. Nach einem Gebet, nach der schamanischen Basisübung (Reinigung, Kraft, Schutz) ruft man seinen Geisthelfer. Man kann ihn durch ein Lied oder einem klei-

nen Geschenk (Tabak, Mais, etc.) begrüßen. Nun übergibst du deinen Auftrag, der möglichst klar formuliert sein soll. Die Reise, das Ritual, die Übung beginnt. Man ist immer "hohler Knochen", man kreiiert nicht selbst, lässt geschehen und nimmt an. Am Ende bedankt man sich, löst sich bewusst und verabschiedet sich. Seine Erfahrungen kann man in einem Tagebuch festhalten und später vergleichen. Bitte nur als Anfänger mit Geisthelfern reisen, die du gut  kennst. 

 

 

3.) Atem

Der Atem ist das, was uns mit allem Lebendigen verbindet. Mit Atem kann man Körper und Geist stark und direkt be-

einflussen, z.B. durch sehr langsames Ausatmen. Bitte achte hier immer auf dein und das Wohlergehen aller. Vermeide ein Hyperventilieren oder andere Extreme.

 

a. 4-4-4-Atem

Atme während einer Übung vier Schläge ein, halte den Atem vier Schläge und atme vier Schläge aus. Dies bringt dich in einen Rhythmus. Du kannst auch, wenn du in Ge-danken abschweifst, dich wieder auf diesen Atemrhythmus konzentrieren und dich somit zentrieren und weiter geistig zu arbeiten.

 

b. 3-5-7-Atem

Falls du aufgeregt bist, kannst du dich durch diesen Rhythmus beruhigen. Drei Schläge einatmen, fünf halten und langsam in sieben Schlägen ausatmen. Dies wiederholt man bis zu zehnmal. Spüre der Wirkung nach.

 

c. 3-3-3-Atem

Benötigst du einmal schnell viel Kraft, dann verbinde dich mit deinem Geistbegleiter und lass dir Kraft, Feuer schen-ken. Atme drei Schläge ein, halte drei Schläge lang den Atem an und atme drei Schläge aus. Lasse dir dabei Kraft schenken. Bitte nicht öfter als siebenmal und nicht öfter als dreimal täglich machen. Der "Feueratem" wie er auch genannt wird, wirkt rasch und nachhaltig.

 

d. Kreisbogenatem

Du kannst dich gerade hinstellen, faltest die Hände vor deinem Körper. Mit jedem einatmen lässt du die Hände wie ein halber Kreisbogen langsam nach oben über den Kopf steigen. Mit jedem Ausatmen lässt du sie langsam wieder nach unten kreisen. Du kannst mit jedem Einatmen nun auch um Schutz bitten oder Kraft, Liebe, Geduld, etc. bekommen. Mit jedem Ausatmen lässt du Ungutes gehen oder sich wandeln. Eine einfache aber sehr tief gehende Übung. Oft liegt die Wirksamkeit in Einfachheit verborgen.  

 

 

4.) Weitere Kraftübungen und kleine Rituale

a.) Kraft des Wandels

Du kannst Krankheiten, Aufgaben oder ungute Verhältnisse nicht loswerden, aber in langsamen Schritten wandeln.

- Die leichteste Art ist, die Dinge anzunehmen und zu segnen, auch wenn es schwer erscheint. Annehmen oder akzeptieren muss ich nichts, was mit aktueller Gewalt zu tun hat. Es kann sehr befreiend sein, wenn man allen UND sich selbst nach den Konflikten verzeiht (im Sinne von nicht mehr ziehen, keine Energie mehr reinstecken) und dann die Dinge segnet

- Du kannst in einem kleinen Ritual die Sache dem Kosmos übergeben und um Wandlung bitten, z.B. an einem Fluss, durch Verbrennen, Eingraben oder sonst einem Prozess, der dadurch in Gang kommt. Die Über-gabe kann auch durch ein selbst gefundenes Lied, ein Bild oder im Medizinrad geschehen und durch die Kraft der vier Elemente gesteigert werden. Es kann sein, dass die gewandelte Energie in dich zurück fließt. Nimm diese an. Diese Übung sollte man oft wiederholen.

 

 

b.) Kraft der Anziehung

Alles ist mit allem verbunden. Was ich aussende ist wie ein Magnet, der die Dinge anzieht, die zu meinem Sender

passen. Beachte ich dies, erklärt sich so manche Störung oder wiederkehrende Muster auf einmal. Ich kann positiv die Kraft der Anziehung nutzen. Ich bitte um die Schwing-ung "Liebe", "Leben" oder dergleichen und begebe mich mit meinem Geistbegleiter in diese Kraft. Ich manipuliere nie-mals andere Menschen und Situationen, sondern begebe mich durch meinen Spirit in das Netz der Kraft der Liebe. 

 

 

c.) Kraft der Zerstörung

Es gibt nur sehr wenige Dinge, die nicht gewandelt werden, die tatsächlich abgebrochen, weggegeben oder sogar zerstört werden sollen. Wir sprechen hier von der Kraft der Zerstörung, die Platz schaffen kann für Neues. Dies gilt nicht für Krankheiten oder Aufgaben, lediglich für falsche Vorstellungen, falsche Glaubenssätze, für bestimmten Besitz oder für die ein oder andere ungute Beziehung. Wichtig ist hier, dass man nur die Dinge zerstört, die einem im Ritual durch das Herz gezeigt werden und dass man es dann auch tut. So gehts:  Du verbindest dich mit deinem Geistbegleiter, lässt dich zu deinem Herz bringen. Was soll zerstört werden? Oftmals ist man überrascht, was einem hier gezeigt wird, es ist meist nicht das, woran man dachte. Du bringst das zu zerstörende Objekt in einen kleinen Gegenstand (z.B. durch einhauchen), den du dann auch in der Alltäglichen Wirklichkeit zerstörst. Bedanke dich und halte nicht mehr an dieser Sache, an diesem Besitz, an diesem Glaubenssatz oder der Beziehung fest.

 

 

d.) Kraft des Krafttieres

Dein Krafttier ist ein nicht wollendes Wesen aus zeitlosen, liebe- und lichtvollen Sphären, die man Untere Welt (nicht Unterwelt!) nennt. Es kommt jederzeit gerne zu dir, wenn es gerufen wird. Wird es lange Zeit nicht gerufen, zieht es sich von dir zurück, doch es verlässt dich nie. Pflegst du diese Beziehung, beginnt eigenltich erst deine schamanische Ar-beit. Das Krafttier kann dir Kraft bringen, daher sein Name. Es kann aber auch dich schützen, dich beraten, dich beglei-ten. Die letzendliche Entscheidung und Verantwortung wird es dir aber nie abnehmen, denn das hieße, deinen freien Willen zu brechen. Es ist auch hilfreich, sich die Geistige Welt vom Krafttier zeigen zu lassen oder einmal an einem Kraftort mit ihm zu verschmelzen. Auch über einen Besuch ohne Wollen von unserer Seite freuen sie sich sehr. Hier kann man auch fragen: "Was kann ich für dich tun?"

 

 

 

e.) Kraft der vier Elemente

Die vier Elemente haben eine unglaubliche Kraft. Man sollte nie direkt mit ihnen in Kontakt treten, weil ihre Kraft so mächtig ist. Du kannst aber über deinen Geistbegleiter ei-nen Vertreter aufsuchen. Auch in unserem Körper finde ich alle vier Elemente. Was habe ich zuviel, was zuwenig? Finde ein Ritual, lass dich von deinem geistigen Lehrer schulen und pflege es.

 

 

f.) Kraft des Annehmens und Loslassens

Viele Probleme werden zu Aufgaben, wenn ich sie an-

nehme und bewusst handle, diese nicht mehr verleugne, verdränge, verstecke. Zur Annahme gehört auch Vertrauen: Vertrauen in mich, Vertrauen in andere, Vertrauen in Gott. Annahme heißt auch, mich so anzunehmen, wie ich bin.

Genauso kraftvoll kann ein Loslassen sein. Ein Verzeihen im Sinne von "nicht-mehr-ziehen" oder Kleinigkeiten nicht zu ernst, nicht zu persönlich zu nehmen. Aus diesen beiden Prinzipien ergibt sich eine Fülle an Ritualen und Optionen.

 

 

g.) Kraft der Heilung

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten der Heilung. "Die Seele strebt nach Heilung" heißt es. Es geht im Schaman-ischen immer darum, ein "Zuviel" zu nehmen oder ein "Zu-

wenig" zu geben, sprich die Mitte zu finden. Heilung ge-

schieht nie aus sich, immer durch die Verbindung mit den Spirits als "hohler Knochen". Verbinde dich mit deinen Spirits, lass Heilkraft durch dich zum Klienten fießen. Lass eine heilende Berührung geschehen. Vielleicht sollst du ihm auch einen Seelenanteil einhauchen? Vielleicht geht es aber auch um ein Wegnehmen unguter Kraft (Extraktion)? Habe Mut, "Hohler Kochen" zu sein. Achte nach jeder Heilbegleitung auf eine eigene Reinigung, geh nur ge-

schützt in die Begleitung und lass dir einen klaren Auftrag vom Klienten geben.

 

 

h.) Kraft der Liebe

Schwinge dich auf Liebe ein, begebe dich in das Netz dieser Urkraft. Bringe in deine Arbeit, deine Familie, zu deinen Freunden, deinen Mitmenschen Liebe, ohne diese zu manipulieren. Gehe schwierige Aufgaben, Probleme und Sorgen mit der Kraft der Liebe an. Liebe auch dich selbst und spüre die Liebe Gottes. Liebe ist die höchste Kraft des Universums. Vieles wird leichter, freudvoller und lebens-werter. Das Leben öffnet sich in seiner ganzen Fülle, seinen wunderbaren Möglichkeiten, seinem "lebend" sein.

 

 

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© Cecilia & Chris