THE SHAMANS TREE
THE SHAMANS TREE

Räuchern

Räuchern findet sich weltweit in nahezu allen spiri-tuellen, insbesondere schamanischen Kulturen. Es wird bis heute im Alpenraum gepflegt und vielfach wieder entdeckt. So werden z.B. im Allgäu durch so-genannte „Abbeter“ ganze Kuhställe  ausgeräuchert. Vor allem zum Jahreswechsel und vor, bzw. während den Rauhnächten (die auch RAUCHnächte genannt werden!) spielt es eine große Rolle. Doch geräuchert werden kann und sollte natürlich das ganze Jahr über. Es kann zu verschiedenen Tages- oder Mondzeiten und auch zu allen Jahreszeiten, zu Festen oder ganz allgemein im Alltag geschehen. Oft wird vor schama-nischen Ritualen geräuchert, damit Reinigung, Schutz, ein Einladen der Spirits oder ein Kraft holen ge-schehen kann. Geräuchert wird auch in der Kirche an besonderen Tagen, wie beispielsweise an Weih-nachten oder in der Osternacht. Wie immer ist die äußere Handlung mit einem inneren Geschehen verbunden und durch eine klare Absicht eingeleitet worden. Grundsätzlich ist das Räuchern ein äußeres Zeichen und Türöffner für einen inneren Vorgang. Wie so oft im Schamanischen wird ein energetischer Vorgang durch eine äußere Handlung vollzogen. So verbinden sich beide Welten. Viele Menschen spüren deutlich, wenn es zu Hause wieder Zeit ist zum Räuchern. Räuchern ist eine einfache, tiefe und dennoch leichte Art des spirituellen Handelns.

 

 

Womit wird geräuchert?

Typisch für Christen ist orientalischer Weihrauch, für die Lakota weißer Salbei oder für Kelten die Mistel. Doch wähle deinen Räucherstoff selbst. Die Auswahl ist riesig: Zeder, Beifuß, Thymian, Wacholder, Lorbeer, weißer oder hei-mischer Salbei um nur einige zu nennen. Ich räuchere auch sehr gerne mit Fichtenharz, welches sich wie Tränen oft an  Nadelbäumen finden lässt und einem der Wald großzügig schenkt. Bitte sammle diese klebrigen und weißlich-goldenen Perlen erst auf, nachdem du "gefragt" hast, ob du sie mitnehmen kannst. Lass sie etwas trocknen oder verwende sie gleich. Du kannst sie auf eine glühende Kohle legen. Ein feiner Duft verbreitet sich überall, es riecht wunderbar nach Wald! Am Rande sei bemerkt, dass Laubbaumharz nicht zum Räuchern geeignet ist. Jegliche Ernte sollte mit Achtsamkeit und Respekt geschehen. Heimischen Salbei bitte lange an der Heizung oder am Ofen trocknen, weil er sonst schimmelt oder nicht gut brennt. Vorsicht, in vielen Geschäften wird Räucherware angeboten, zu denen Kunststoffe gemischt wurden, vor allem bei günstigen Räucherkegeln oder –stäbchen. Diese enthalten Gifte, die Kopfweh auslösen können und sicher-lich kaum den Räucherzweck erfüllen. Rauchware sollte keine Zusätze haben, bitte hier beim Einkauf darauf achten. Es macht aus meiner Sicht Spaß mit den Spirits gemein-sam den Räucherstoff selbst zu finden, zu ernten, zu bear-beiten (trocknen, binden, segnen) und ihn an einem beson-deren Platz, in einer schönen Dose, Schachtel oder Beutel aufzubewahren. Mir bereitet es außerdem Freude, mit ei-nem mir entsprechenden schönen Räuchergefäß sowie einer von mir gestalteten Feder zu arbeiten. Wie immer gilt auch hier, es muss alles dir entsprechen.

 

Was sind die Anlässe zum Räuchern und wo wird geräuchert?

Räuchern hat viele Zwecke und Anlässe. Es dient zur Haltbarkeitsverlängerung von Speisen, zur Vertreibung von Insekten, zur Desinfektion oder um Holz zur Kohle zu verwandeln. Im Schamanischen wird es zur (energetischen) Reinigung, zum Aufbau von Schutz, zum Entfernen von unguten Dingen, zum Segnen, zum Weihen, zum Einladen der eigenen Spirits, zur Einstimmung, zum Bekommen von Kraft, zum Wegbringen schlechter Energie, zum "Ein-klinken" in das große Netz, als Geschenk oder zu anderen Anlässen verwendet. Der Duft kann Erinnerungen wecken, stimmt ein, erfrischt und belebt.

Geräuchert wird in Wohnungen, Häusern, Ställen, Gärten, im Wald. Es kann am Hausaltar, beim „Herrgottswinkel“, im Indianerzelt, in Meditationszentren, in ganzen buddhis-tischen Tempelanlagen oder einem anderen Andachtsort geräuchert werden. Der Rauch ist ein verbindendes und für alle Eingeweihten sichtbares und ätherisches Zeichen. Räu-chern verbindet auf leichte und spielerische Art Himmel und Erde, Kosmos und Menschen.



Wie kann man räuchern?

Es gibt viele Möglichkeiten, ich will eine Art darstellen und dich einladen, mit Hilfe dieser Anregung deine eigene Form zu finden. Ich verwende gerne qualitätsvolle Räucherkegel, selbst geernteten Salbei, Nadelharze oder weißen Salbei.  Räucherkegel zünde ich in einer hohen Schale an, weil sie beim Gehen umfallen können. Weißen Salbei löse ich aus seiner Verschnürung, breche ein kleines Ästchen von ca. 3 cm heraus, zünde es an, lasse es brennen und fache in "Liebe" das Feuer weiter an. Angenehmer Duft verbreitet sich, ich verteile den Rauch mit der Feder. Ich bitte um meinen Schutz, rufe meine Spirits, bitte diese um Be-gleitung und stelle mich auf meine Aufgabe ein. Du formu-lierst für dich zunächst die Absicht (Schutz, Reinigung oder Segen, etc.).Räuchere ich für andere, dürfen diese die Absicht laut sagen, nachdem ich ihre Erlaubnis und ihren Auftrag erhalten habe. Räucherst du eine fremde Wohnung oder ein Haus, brauchst du von allen Nutzern der Räume die Einverständnis. Nun verbinde, manchmal verschmelze ich mit meinem Geistbegleiter, der mich hier immer beglei-tet. Räucherst du das erste Mal, dann mach vorher über dein Krafttier oder Lehrer eine Reise, welcher Spirit dich hier in Zukunft begleiten wird, wo und wie du räuchern sollst. Nach der Arbeit bedanke ich mich und löse bewusst die Verbindung.

 

IM EINZELNEN

Ich möchte im Folgenden vor allem die Absicht Reinigung und Schutz darstellen. Nach dem Schützen und dem Vorbringen der Bitte (formulierte Absicht) an Gott (Großer Geist, Kosmos) versetze ich mich in Trance (Trommel, Rassel) und verbinde mich mit meinem Spirit. Zunächst räuchere ich mich. Ich lass mich dazu innerlich wie äußerlich „abscannen“, also nach einem Zuviel oder Zuwenig absuchen. Finde ich ein „Zuviel“ wird es durch meine Räucherungsbewegungen  weggenommen. Finde ich ein „Zuwenig“ so lass ich es durch Räucherbewegungen zu mir hin bringen. Wichtig ist hierbei, nicht ich handle, sondern mein Spirit handelt durch mich. Ich bin „hohler Knochen“. Nun „scanne“ ich auf die gleiche Art die Umge-bung ab. Damit meine ich, dass ich mir in einer innerlichen Schau vor allem durch Gefühlsbotschaften zeigen lasse, wo etwas fehlt, bzw. wo etwas zu viel da ist. Ich denke nicht, ich handle, bin im "Flow" und bin vor allem in Vertrauen mit den Spirits verbunden. Das Wissen, was zu tun ist, kann visuell übermittelt werden, muss aber nicht. Manche spüren es, manche hören es und wiederum andere wissen es einfach. Das Wichtigste ist hierbei die Gefühlsbotschaft, die mir übermittelt wird. Das hört sich erst mal kompliziert an, ist es aber nicht, es braucht nur ein wenig Übung. Ich gehe also von Raum zu Raum mit meinem Räuchergefäß und darf ungute Dinge nehmen, in dem ich sie meist aus dem (geschlossenen oder offenen) Fenster mit der Feder nach draußen räuchere. Ich weiß, dort werden diese negativen Energien gewandelt. In einem zweiten Schritt lasse ich durch mich die Kraft in den Raum strömen, ihn damit füllen. Ich weiß plötzlich, wann dieser zweite Schritt fertig ist, die Spirits „sagen“ es. In einem dritten Schritt wird durch mich der Raum „versiegelt“. Das heißt, es werden alle Kanten, die Decke, der Boden und alle Wände mit einer sanften Schutzmembrane eingesiegelt. Diese Schutzmauer lässt nur das Gute durch und hält das Ungute fern. Ein Freund von mir meinte einmal, es gleicht einer „Firewall“. Ich emp-finde diese Schutzmembrane wie das Glas einer Glüh-lampe. Innen ist nun alles rein und mit Kraft (Licht) gefüllt. Es glüht sanft und ist zusätzlich durch die Membrane ge-schützt. Achte auch hier darauf, dass es nicht zu viel oder zu wenig ist. Lass dich bei allen drei Schritten sehr führen. Die Spirits zeigen einem im Grunde alles und sorgen auch für einen Intimschutz für die Klienten. Dennoch kann es vorkommen, dass ich zusätzliche Informationen für die Bewohner erhalte, z.B. bei Minileylines (Wasseradern). Manche dieser Infos soll ich auch sagen, für wiederum andere ist die Zeit noch nicht reif und sie sollen nicht
 gesagt werden. Gerade hier ist ein Weniger mehr. Alle drei Schritte werden von unterschiedlichen schamanisch Tä-tigen auch verschieden empfunden und verschieden ge-macht. Du kannst, wie gesagt, alle drei Schritte auch auf Menschen, bzw. dich anwenden. Auch moderne Dinge (wie z.B. ein Auto, ein Laptop, ...) können durch Räuchern gereinigt und geschützt werden. Nach meiner Erfahrung hält der Schutz von ein paar Tagen bis wenige Wochen gut an. Bitte achte auch immer auf das Thema Sicherheit, denn es ist ja auch Feuer im Spiel (Brandlöcher im Teppich oder auf Kleidung, Brandgefahr durch Vorhänge, brennbare Flüssigkeiten,  ...). Am Ende bedanke ich mich, löse mich vom Spirit, bringe das restliche Rauchwerk an einen schönen Ort und unterhalte mich mit den Bewohnern ein wenig. Bitte finde deinen Weg, diese Beschreibung ist nur als Hilfe, nicht als strenge Anleitung zu sehen. Egal welcher Anlass es ist, ich räuchere in und mit Liebeskraft, nie manipulativ oder aus „Showzwecken“ heraus. Gerne singe ich ein Lied (wird mir dann in dem Moment ge-schenkt) dazu und bringe auch gerne den Bewohnern selbst das Räuchern bei.  

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© Cecilia & Chris